SPAHN irrt und verwirrt und macht damit Politik!

SPAHN irrt und verwirrt und macht damit Politik!

SPAHN: „Da wo die meisten Psychotherapeuten zugelassen sind, in den Städten und Regionen, sind die Wartezeiten am längsten.“

Das ZDF ist dieser Behauptung des Ministers nachgegangen und hat recherchiert:

  1. Anfrage des ZDF bei der Bundespsychotherapeutenkammer: Diese widerspricht SPAHN. „Dort, wo es mehr Psychotherapeuten gibt, sind die Wartezeiten auch kürzer.“
  2. Anfrage des ZDF beim Ministerium: Das verweist auf eine Studie der KV Baden-Württemberg
  3. Anfrage des ZDF bei der KV Baden-Württemberg: Dort kenne man keine Studie. Die Daten auf die sich das Ministerium berufe, seien zwar von der KV Baden-Württembwerg, jedoch habe die KV mit der Auswertung der Daten nix zu tun. Die KV wehre sich sogar gegen die Schlussfolgerungen: „Dass sich die Nachfrage nach Psychotherapie durch ein höheres Angebot erhöht, bestreiten wir. Das lässt sich aus unseren Abrechnungsdaten auch nicht herleiten“, sagt Kai Sonntag, der Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg, gegenüber dem ZDF.
  4. Nachfrage des ZDF beim Gemeinsamen Bundesausschuss: Dort habe man die Studie auch nicht erstellt. Über Wartezeiten bezüglich Psychotherapie könne man bei GBA nichts sagen.

Wie kommt nun Herr SPAHN auf die oben genannte Behauptung: Das Ministerium habe  die Zahl der in einer Region erbrachten Psychotherapie-Sprechstunden ins Verhältnis gesetzt – und zwar wiederum durch einen Quotienten aus der Zahl der Einwohner und der Zahl der Psychotherapeuten. Laut Gesundheitsökonom Robert Nuscheler von der Universität Augsburg ergebe diese Rechnung aber gar keinen Sinn.

Schlussfolgerung des ZDF nach dieser aufwendigen Recherche:

Eine Kernthese, die Minister Spahn für seine Neuregelung der Psychotherapie präsentiert, kann sein Ministerium nicht belegen. Im Gegenteil: Es präsentiert Kronzeugen, die von vermeintlichen Studien nichts wissen wollen – und auch noch entschieden widersprechen.

Hier gelangen Sie zum entsprechenden Bericht des ZDF

Sebastian Bork

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