Kommentar von Dr. Bäumer zur Deutschen Gesundheitspolitik

Kommentar von Dr. Bäumer zur Deutschen Gesundheitspolitik

Sehr geehrter Herr Spahn,
ich unterstelle Ihnen nicht, dass Sie es nicht gut gemeint hätten.
Aber das Gegenteil von gut gemeint ist gut gemacht. Und das haben Sie (bisher) nicht.
Schlechte Sachkenntnis oder schlechte Berater?
Sie haben keine Vision für Medizin-Deutschland (wir könnten in den nächsten Jahrzehnten die beste Medizin-Nation der Welt bleiben- aber nicht mit dem, was Sie planen), und kein Verständnis für die Bedeutung des ärztlichen Berufsstandes und kein Wissen über den Zustand und die Verfasstheit der ambulant tätigen Ärzte in Deutschland. Von dem eigentlich notwendigen Respekt gegenüber unserer Tätigkeit schweige ich jetzt einmal. Was Sie hinter verschlossenen Türen mit „aufgeschlossenen Ärzten“ (Zitat Frau Bär) besprechen und beschliessen liegt ganz weit entfernt von dem was Patienten und Ärzte in Deutschland wollen und benötigen. Aber vielleicht müssen Sie die systemzersetzende und den Investoren und Kassen türöffnende und systemübertragende Politik den scheinbar dummen Patienten und offensichtlich noch blöderen Ärzten nur nochmal und nochmal und nochmal erklären, dann verstehen diese Bekloppten irgendwann, dass das, was Sie und Frau Bär wollen, das Richtige ist, natürlich ohne jede Alternative.
Frau Bär hat ja schon erleben müssen (ganz aktuell!) was Abstriche an der Datensicherheit bedeuten können, selbst für Politiker und Größen des Showbiz.
Es ist uns hippokratischen Ärzten nach meinem Verständnis einfach nicht mehr zumutbar, Ihre geplanten Gesetze und manifeste Politik mitzutragen, denn damit würden wir uns nicht nur berufsrechtlich angreifbar machen und das Vertrauen unserer Patienten auf das Spiel setzen. Hippokratische Gesinnung, Rechtssicherheit und Vertrauenswürdigkeit, sind mir als Arzt wichtiger als jeder Unfug, den ausnahmslos jeder Gesundheitsminister der letzten Jahrzehnte verzapft hat, begonnen mit Herrn Seehofer. Die Damen und Herren kommen nämlich, und gehen (mit großen Bezügen aus Steuermitteln), wir Ärzte und Patienten wollen und müssen im System bleiben bleiben. (Oder auch nicht? Haben Sie ja gesagt, keiner zwingt uns…)
Sie erkennen nicht einmal, dass die planwirtschaftliche Bezahlung der Ärzte nach Kassenlage, nicht einmal mit automatischem Ausgleich von Inflation, medizinischem Fortschritt und Kostensteigerung, eine monströse Missachtung der Bedeutung des ambulanten Medizinmarktes (und der Ärzte darin) und die Fortsetzung des Sachleistungsprinzips eine Entwertung unserer Arbeit „bis unter Null“ bedeuten. Das widerspricht in meinen Augen gar den grundgesetzlich abgesicherten Menschenrechten, die für Ärzte möglicherweise in Ihren Augen nicht gelten?
Medizin Deutschland ist einfach und alternativlos:
Weg mit Sachleistungsprinzip (dh. keine Flatratementalität und -inanspruchnahme des Systems). Dafür Einzelleistungsabrechnung in Euro mit Kontrolle durch Patient. Eine GKV. Marktgerechte Policen wie in der Privatwirtschaft. Aufrechterhaltung der Ärztlichen Schweigepflicht- keine zentrale Speicherung der Patientendaten.
Basta.

Sebastian Bork

1 Kommentar bisher

Christian Genzel Veröffentlicht am5:29 pm - Jan 14, 2019

Sehr geehrter Herr Kollege Bäumer,
Vielen Dank für Ihre Ausführungen. Ich bin absolut Ihrer Meinung. Insbesondere die anhaltende und zunehmende Einschränkung unserer ärztlichen und nicht zuletzt auch unternehmerischen Freiheit. Ich frage mich, ob nicht eine Klärung auf höchster verfassungsrechtlicher Ebene notwendig ist.

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