Hartmannbund-Landesverband Thüringen unterstützt den bundesweiten Protesttag am 23.01.2019

Hartmannbund-Landesverband Thüringen unterstützt den bundesweiten Protesttag am 23.01.2019

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir möchten Sie darüber informieren, dass der Hartmannbund-Landesverband Thüringen den bundesweiten Protesttag am 23. Januar 2019 unterstützt und seine Mitglieder mit nachstehendem Text und einer Information für die Patienten zur Teilnahme aufgefordert hat:

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

der Protest der Ärzteschaft gegen das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG)nimmt immer konkretere Formen an: Nach diversen Protestbriefen an das Ministerium und bundesweiten Resolutionen haben zahlreiche Verbände und Organisationen den 23. Januar 2019 zum Protest- und Informationstag ausgerufen. Beteiligen Sie sich. Informieren Sie Patienten und Kollegen über die Gefahren für die weitere Versorgung durch dieses Gesetz.

Die im Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) vorgesehenen Maßnahmen unter anderem zu Praxisöffnungszeiten, zur Einschränkung der Mobilität von Ärztinnen und Ärzten in Richtung Ausland und der Versuch, per Verordnungsermächtigung künftig im Einzelfall entscheiden zu wollen, welche neuen Behandlungen durch die Krankenkassen bezahlt werden sollen, führen zur Entmündigung und Demotivierung der Ärztinnen und Ärzte.  Eine nachhaltige Analyse der Ursachen der Probleme, die mit dem TSVG geregelt werden sollen, existiert nicht. Die Politiker reagieren auf Probleme erst dann, wenn sie nicht mehr wegzuleugnen sind und dann nur dort, wo sie ankommen anstatt dort, wo sie herkommen. Verantwortlich für die Probleme sind nämlich die Politiker selbst mit ihrer seit den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts entgegen aller Warnungen fortgesetzten Kaputtsparpolitik. Jetzt seitens der Politiker dafür den bereits über der Belastungsgrenze arbeitenden Ärzten in der Gesundheitsversorgung die Schuld zu geben, ist der Gipfel der Unverschämtheit.

In der Vergangenheit gab es eine Art Vertrag zwischen der Ärzteschaft, den Gesundheitsberufen und der Politik: Wir kümmern uns um die Versorgung kranker Menschen, die Politik sorgt für gute Rahmenbedingungen. Dieser Vertrag wird durch das vorgesehene TSVG erneut gebrochen und wird dazu führen, dass die Selbstfürsorge der Gesundheitsberufe auch als Reaktion auf die bestehende Kommerzialisierung der Patientenversorgung mehr in den Vordergrund rückt.“ Teilzeit- statt Vollzeitarbeit werde mehr und mehr die Regel. „Die Lücken in der Versorgung werden zu-, statt abnehmen.“, stellte dazu der Berliner Ärztekammerpräsident Dr. Günther Jonitz fest.

Dieser verhängnisvolle Prozess wird – laut Jonitz – verstärkt durch die bestehende Fehlallokation der Gelder der Versicherten: Von 100 Euro GKV-Beitrag erreichten den Vertragsarzt ca. 8,74 Euro, den Krankenhausarzt 9,38 Euro und die stationäre Pflege 8,79 Euro. Fakt bleibt, die Politiker missachten die Leistung der Menschen, welche jeden Tag die persönliche Verantwortung für kranke Menschen übernehmen und lassen diese mit den Folgen einer fehlgeleiteten Politik im Regen stehen.

Mit dem TSVG setzt die Politik die Fehler fort, welche in den vergangenen 20 Jahren die Versorgung nachweislich und erkennbar teurer und schlechter gemacht haben.

Wir als Thüringer-Hartmannbund fordern deshalb einen Stopp dieser bevormundenden und falschen Politik. Ein Dialog über bestehende Herausforderungen der Patientenversorgung sowie eine neue politische Strategie der „Optimierung der Versorgung“ anstelle des Versuchs der „Dezimierung von Kosten, Mengen und Strukturen“ ist notwendig.

Zeigen Sie Flagge!           Beteiligen Sie sich!          Informieren Sie Patienten und Kollegen!     

Nutzen Sie die anhängende Information für Ihre Patienten, drucken Sie dies aus und sprechen Sie Ihre Patienten darauf an bzw. weitere Aktionen auch unter: https://www.niedergelassene-protestieren.de

Dr. Jörg Müller

Landesvorsitzender Hartmannbund Thüringen

Sebastian Bork

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